Erfahrungsbericht: Inov8 Race Ultra 10L

 

Im Herbst habe ich mir endlich mal einen qualitativ hochwertigen Trailrunningrucksack zugelegt. Nach eifriger Recherche habe ich mich für den „Inov8 Race Ultra 10l“ entschieden und ihn mittlerweile einigen längeren Testläufen unterzogen, sodass ich ein erstes Fazit abgeben kann.

Detailinfos zu dem 265g schweren Rucksack findet ihr hier auf der offiziellen Seite von Inov8, die auch ein ansprechendes Video veröffentlicht hat. Schaut euch das am besten kurz an, das bringt euch wesentlich mehr, als wenn ich mich hier mit eigenen Rucksackfotos in Szene setze.

 

 

Vorüberlegungen zum Kauf
Wer zu den Otto-Normalverdienern gehört, der muss in Anbetracht der Markenpreise für vergleichbare Rucksäcke im vorhinein mit Bedacht überlegen, welchen Rucksack er sich zulegt, damit jener vielseitig einsetzbar ist und der gemeinhin materialgeile Trailrunner sich nicht in Zugzwang sieht, für wechselnde Einsatzgebiete gleich wieder 1-2 andere Modelle anschaffen zu müssen.

Meine Wahl fiel deshalb sehr bewusst auf den "Inov8 Race Ultra 10l", weil ich mir von ihm eine universelle Verwendung erhoffte, die Produkte von Inov8 als absolut robust und durchdacht kennengelernt habe und das Preis-Leistungsverhältnis als sehr gut betrachte. Außerdem gefällt mir die schlichte, ganz in schwarz gehaltene Farbe des Race Ultra 10L, die mit allen Kleidungsfarben kombinierbar ist.

Den Rucksack gibt es auch in der Größe 5L, hier wiegt der Race Ultra lediglich einige unbedeutende Gramm weniger. Von der 10Liter-Kapazität erhoffte ich mir ein viel breiteres Einsatzfeld, ohne dabei einen spürbaren Gewichtsunterschied zu haben - von daher war von Anfang an klar, dass ich mich für die größere Variante entscheide.


Passform und Halt
Ich besitze den Race Ultra in Größe L/M, bei einer Körpergröße von 178cm und 68kg. Der Rucksack schmiegt sich nach zwei Handgriffen (zum einstellen der Schnallen) sehr gut um den Oberkörper. Ich denke allerdings, dass Größe S für meine Statur besser wäre, da ich die Schnallen bei der M/L-Variante ziemlich bis Anschlag ziehen muss.

Der Sitz des Rucksack ist absolute Spitze, auch wenn man es mal richig auf den Trails krachen lässt bleibt der Rucksack eng und fest am Öberkörper, ohne zu zwicken und zu hüpfen. Die Halterung für die Softflasks auf unterer Rippenhöhe finde ich gelungen und wesentlich besser, als eine Brusthöhenkonstruktion. Die Flasks sitzen somit näher am Körperzentrum und der „Wackelfaktor“ durch den Armschwung wird dadurch minimiert. Auch bei voller Wasserladung hüpft hier nix hin und her. Dank der Trinkschläuche funktioniert das Trinken auch in voller Bewegung sehr einfach, ohne den Blick dabei vom Trail nehmen zu müssen. Wer überhaupt kein Freund von der Wasserbeladung vor dem Körper ist, der kann auch immer noch eine Trinkblase verwenden, die beim RU allerdings nicht im Preis inbegriffen ist. Die Meshtaschen an den Außenseiten lassen sich während des Laufens ohne größere Verrenkungen greifen, man muss hier nicht erst einen Yogakurs besuchen, um herein greifen zu können, wie ich es bei Billigherstellern erlebt habe.

Den Tragekomfort bewerte ich insgesamt als sehr komfortabel.

Einsatzgebiet

Ob als "besserer Laufgürtel", als Begleiter auf langen Ultratrails oder als Rucksack für kleine Etappenläufe, der Race Ultra 10L ist meiner Meinung nach auf vielen Einsatzgebieten in seinem Element!


Dank des geringen Gewichts von 265g eignet sich der Inov8 Race Ultra nicht nur für die langen Kanten, sondern auch für relativ kurzen Touren, auf denen man lediglich etwas Wasser und Verpflegung  mitführen möchte. Hier belade ich lediglich die Fronttaschen, das Rückenteil stellt unbeladen einen Hauch von nichts dar, sodass man es überhaupt nicht spürt. Der Rucksack präsentiert sich bei dieser Verwendung als bessere Alternative zum Laufgürtel, denn so toll diese Laufgürtel auch konzipiert sind, sobald man da nen halben Liter Wasser und etwas Verpflegung drin hat, wackeln die Teile doch alle irgendwo herum und nerven.

 
Voll in seinem Element ist der RU10L jedoch eher auf langen Ultratrails, wo die gut erreichbaren Meshtaschen an den Seiten und das geräumige Rückenfach viel Stauraum für die gesamte Pflichtausrüstung bieten. Für diesen Einsatz ist sicherlich auch die Funktionalität der Stockhalterung interessant, die ich bisher allerdings noch nicht getestet habe (wird ergänzt).

 

Ich glaube zwar nicht, dass der Race Ultra dafür konzipiert wurde, aber wer in der warmen Jahreszeit gerne mal auf kleinen Etappenläufe mit Schutzhüttenübernachtung von 2-3 Tagen unterwegs ist, ohne dabei auf eine feste Unterkunft angewiesen zu sein, der findet im RU auch Platz für Wechselwäsche, einen Ultraleichtschlafsack und eine Ultraleicht-Matte im Bierdosenpackmaß. Ich habs ausprobiert und wenn man sehr minimalistisch unterwegs sein möchte, dann passt bei solchen Touren alles in den Rucksack rein - Voraussetzung ist natürlich, dass man sich unterwegs verpflegen kann, eine Campingküche kann der Rucksack selbstverständlich nicht beherbergen :-)


Kritik

Was mir in dem Rucksack für den Preis fehlt, ist ein kleines wasserdichtes Innenfach, um das Handy bei Schlechtwetter sicher verstauen zu können.

Beim Test des Rucksacks auf www.Trampelpfad-laufen.de monierte der Tester außerdem, dass die Softflasks schwer in den Fronttaschen zu verstauen sind, wenn sie komplett befüllt sind. Dies kann ich bestätigen, wenn man allerdings einen kleinen Schluck abtrinkt, dann schlüpfen die Dinger wieder relativ problemlos hinein.

 

Fazit

Ich machs kurz und knapp - denn meine Meinung zum Rucksack dürfte klar geworden sein: Die Investition für den Inov8 Race Ultra 10L habe ich absolut nicht bereut und kann den Rucksack nur weiterempfehlen!

Wer wie ich im Rhein-Main-Gebiet wohnt und sich für den Rucksack interessiert, der bekommt ihn z.B. im Hummel-Ausdauershop in Wiesbaden.