Soonwaldsteig

Soonwaldsteig

Welcher Outdoorfreak träumt nicht davon, einen der vielen Fernwanderwege rund um den Globus einmal komplett zu begehen, deren schillernde Bilder uns im Internet, TV und in Zeitschriften begegnen? Bei der Verwirklichung dieser Träume gibt nur ein kleines Problem: Leider sind diese Fernwanderweg meistens mehrere 100km lang, was es für Normalsterbliche Menschen mit beruflichen und sozialen Verpflichtungen nahezu unmöglich macht, solche Projekte in Angriff zu nehmen, ohne dafür den kompletten Jahresurlaub verbraten zu müssen.

Wie wäre es deshalb - getreu dem Motto "Manchmal liegt das Glück vor der Haustür"- mit einer Begehung des Sonnwaldsteigs? Der Soonwaldsteig führt durch den Naturpark Soonwald-Nahe über die Höhen des Hunsrücks. Und er ist mit seinen 83km-Gesamtlänge für gut trainierte Leute an einem verlängerten Wochenende zu schaffen.

Soonwaldsteig Burgruine Schmidtburg
Burgruine Schmidtburg

Los geht es in Kirn an der Nahe, von wo man ins idyllische Hahnebachtal gelangt und die sehr schön restaurierte Burgruine Schmidtburg passiert. Hier kann man für schlappe 2€ (bitte vorher anmelden) im Zelt übernachten. Wenn der Mond zu nächtlicher Stund die alten Gemäuer  lange Schatten werfen lässt, fühlt sich wie in mittelalterliche Zeiten versetzt.

Weiter geht es über die Höhen des Sonnwalds, vorbei an tollen Aussichtstürmen, über Quarzitkämme und durch verlassene Wälder. Ortschaften werden dabei so gut wie keine passiert, sodass man unterwegs richtig gut abschalten und die Stille der Natur genießen kann. Der Weg weist in diesem Abschnitt auch eine sehr hohe Dichte an abwechslungsreichen Naturpfaden auf, teils mit technischem Anspruch und knackigen Auf/ - Abstiegen. Erst bei Rheinböllen nach circa 2/3 Wegstrecke kreuzt man die erste größere Ortschaft. Hier wird der Weg etwas langweiliger, es geht vornehmlich über breite Forststraßen über die Hunsrückhöhen.

 

Soonwaldsteig
Blick auf das Nahetal bei Kirn

Beim Abstieg ins Rheintal folgt jedoch sogleich die Entschädigung für diese kurze Durststrecke, wenn man das urwüchsige Morgenbachtal durchquert. Tipp: Unbedingt auch einen Abstecher in die Steckeschläferklamm machen (lasst euch überraschen, was es damit auf sich hat). Zum Ende hin wartet der Soonwaldsteig nochmal mit einem richtigen Highlight auf: Auf tollen Pfaden durch die Rheinhänge eröffnen sich fantastische Blicke ins romantische Rheintal und die umliegenden Burgen. Ziel ist der Bahnhof von Bingen, von wo beste Zugverbindungen nach Mainz, Frankfurt a.M., oder durchs Nahetal zurück zum Ausgangspunkt Kirn bestehen.

 

Als Trekkingfan finde reizt mich am Soonwaldsteig besonders, dass hier einige Trekkingplätze im Wald eingerichtet wurden, wo man kostengünstig sein Zelt aufschlagen und den Tag am Lagerfeuer ausklingen lassen kann. (Zu buchen über die offizielle Homepage www.soonwaldsteig.de)

 

Soonwaldsteig
Großes Finale im Rheintal

Ich hoffe, ich konnte euer Interesse am Soonwaldsteig wecken!

 

In 2015 war ich bereits zweimal auf dieser Route unterwegs. Soweit die alten Knochen halten, werde ich Ende April 2016 nochmal einen Versuch starten, den Steig mit Ultraleichtausrüstung und einer Kombi aus Laufen/ Wandern an einem Wochenende zu meistern. Falls jemand sich dazu berufen fühlt, sich anzuschließen - einfach melden.

 

 

Für alle Trailrunner hat der Soonwaldsteig noch ein besonderes Schmankerl parat:

Hier startet der Soonwald-Nahe-Ultratrail (kurz SoNUT) am ersten Septemberwochenende, welcher über eine Distanz von 62 km in weiten Teilen dem Soonwaldsteig folgt.  Mit der sehr fairen Anmeldegebühr unterstützt ihr zudem einen guten Zweck.

 

Zur offiziellen Homepage des SoNUTs geht es hier.

Einen persönlichen Eventbericht zum SoNUT 2016 findet ihr hier

 

Zum Abschluss noch ein paar Impressionen:

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